Der Mühlenbetrieb Otto Frauen

FRAUEN, Jacob, geb. 12. August 1817,
kaufte am 28. März 1883 von dem Gastwirt Wilhelm Grothgar (heute Lindenhof) einen Bauplatz, auf dem im gleichen Jahr ein Wohnhaus und ein Stall gebaut wurden. Im Stall sollte eine Grützemacherei betrieben werden. Kurz vor Vollendung des Baues starb er am 02. Dezember 1883.
 
Die Mühle Otto FrauenSein Sohn
FRAUEN, Otto
, geb. 31. Januar 1856,

fing nach dem Tod seines Vaters die Grützemacherei an. Die Grützemühle war anfänglich noch sehr primitiv. Der Grützegang wurde durch ein großes Rad angetrieben, worin ein Pferd laufen mußte, um es in Bewegung zu setzen. Später wurde der Pferdeantrieb durch eine Lokomobile ersetzt. Nun wurden alle Getreidearten verarbeitet und ein Kohle- und Düngerhandel angefangen. 
Im Jahre 1888 wurde eine “Holländer”-Windmühle gebaut. Um den Arbeitsausfall bei Windstille auszugleichen, wurde zusätzlich ein 8 PS Petroleum-Motor aufgestellt, der 1896 durch eine 15 PS Dampfmaschine ersetzt wurde. Durch diese Maschine wurde der Mühlbetrieb auf eine Leistungshöhe gebracht, daß bald die Lagerräume zu klein wurden. Die Mühle und die Lagerräume wurden daher in den folgenden Jahren mehrmals erweitert.
 
Am 12. Februar 1912 brannte die Windmühle nieder. Schlecht ausgeführte Reparaturen hatten bewirkt, dass beim Betrieb die Mühle Holz gegeneinander rieb, was dann durch Reibungshitze den Brand auslöste. Durch den günstigen Wind konnte der Brand auf die Windmühle beschränkt werden. An ihrer Stelle wurde ein großer Stall gebaut. Am 1. Juli 1913 übergab Otto Frauen die wieder aufgebaute, nun durch einen Motor angetriebene Mühle seinem Sohn
  
Gebäude Otto FrauenFRAUEN, Jacob Arthur, geb. 5. Dezember 1887.
Da 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, mußte A. Frauen bereits am zweiten Mobilmachungstag einrücken. Bis zu seiner Rückkehr am 30. November 1918 führte seine Frau Bertha, geb. Münster, die Geschäfte. Dann kam die Zeit der Inflation. Die Geschäfte liefen mäßig bis schlecht. Im November 1924 wurde die Geldmark eingeführt und damit begann ein neuer Anfang. Der Maschinenpark wurde überholt und modernisiert.
Als A. Frauen das 71. Lebensjahr vollendet hatte und eigene Erben nicht mehr vorhanden waren, wurde der Mühlenbetrieb am 1. Januar 1959 an die Firma von Pein Kremperheide verpachtet. A. Frauen starb am 12. April 1965.
 
SIERK, Henning, geb. 14. Oktober 1932,
leitet den Betrieb seit dem 1. Januar 1959. 1972 kaufte er den Mühlenbetrieb von der Witwe Bertha Frauen und verpachtete weiterhin an die Firma von Pein (heute: Trede & von Pein).
1982 wurde die erste Düngerhalle eingeweiht, der noch weitere Hallen folgen sollten.
 
SIERK, Kay, geb. 20. Juni 1968, ist seit dem 6. Juli 1989 im Betrieb.
 Aufgrund unserer Lage inmitten des größten Baumschulgebietes Europas haben wir 1989 damit begonnen, Spezialdüngemittel zu vertreiben. Mittlerweile erzielen wir mit Düngemitteln unseren Hauptumsatz und sind einer der größten Anbieter von gesacktem Dünger in Schleswig-Holstein.
 
2001 wurde das “Grüne Warenhaus” eröffnet, in dem wir Spezialartikel für die Landwirtschaft, Heimtier- und Gartenbedarfsartikel sowie Berufsbekleidung anbieten.